
Neubau des Feuerwehrhauses
Die Feuerwehr leistet rund um die Uhr einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz und zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Um dieser verantwortungsvollen Aufgabe gerecht zu werden, ist eine funktionale und zeitgemäße Infrastruktur erforderlich. Das bestehende Feuerwehrhaus stößt jedoch seit geraumer Zeit an seine Grenzen und kann den aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Bereits im Jahr 2011 wies das Regierungspräsidium die Stadt Schwalbach am Taunus auf die Mängel hin und forderte sie auf, eine zukunftsfähige Unterkunft für die Feuerwehr zu etablieren. Ein Neubau ist daher dringend erforderlich. Seit 2004 plant die Feuerwehr Schwalbach einen Neubau. Im Jahr 2012 wurde die Planung für einen Neubau konkret.
Im Folgenden möchten wir Ihnen aufzeigen, weshalb wir ein neues Feuerwehrhaus benötigen und welcher Standort am besten geeignet ist.
Die Stadt hat alle Gutachten und Präsentationen öffentlich gemacht. Mit einem Klick auf den Button „Weitere Infos” werden Sie auf die entsprechende Seite weitergeleitet.
Wieso neu?
Es gibt Kreuzungen in den Verkehrswegen, das derzeitige Feuerwehrhaus bietet nicht mehr genügend Platz für die vorgesehenen Fahrzeuge und die Abstände zwischen den Einsatzfahrzeugen sind zu gering. Dies erschwert nicht nur die tägliche Arbeit, sondern verstößt auch gegen Gesetze, Verordnungen und Vorgaben der GUV. Zudem gibt es bauliche Mängel und kaum Lagermöglichkeiten für dringend benötigtes sowie vorhandenes Material und Ausrüstung. So entspricht beispielsweise die Atemschutzwerkstatt nicht mehr den aktuellen Vorschriften.
Langfristig fehlen jegliche Entwicklungsmöglichkeiten, um die Feuerwehr an zukünftige Herausforderungen anzupassen.
Ein weiteres großes Problem ist die fehlende Schwarz-Weiß-Trennung. Nach Einsätzen kann es schwierig sein, kontaminierte Einsatzkleidung und private Kleidung voneinander zu trennen. Dies kann die Gesundheit der Einsatzkräfte gefährden. Darüber hinaus stehen keine Duschen zur Verfügung, um die Hygienevorschriften einzuhalten. Nach Einsätzen mit Rauch, Schadstoffen oder biologischen Gefahren kann dies ein erhebliches Risiko darstellen.
Dies stellt eine Gefahr für die Einsatzkräfte dar. Auch die Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen für die Feuerwehrleute sind verbesserungswürdig. So ist die Umkleide für die Frauen zu klein, es gibt keine Büros für die hauptamtlichen Kräfte und auch die Jugendfeuerwehr verfügt über unzureichende eigene Räumlichkeiten. Darüber hinaus ist die Parksituation problematisch, was im Einsatzfall wertvolle Zeit kostet und das Unfallrisiko erhöht.
Die Feuerwehr benötigt ein Gerätehaus, das den heutigen Anforderungen gerecht wird – zum Schutz der Einsatzkräfte und zur Gewährleistung der Sicherheit der Bevölkerung. Der aktuelle Zustand des Feuerwehrhauses lässt keine andere Wahl, als einen Neubau zu realisieren, um die Arbeit der Feuerwehrleute auch in Zukunft zuverlässig, sicher und effizient zu gewährleisten.
Standortwahl
Ein neues Feuerwehrhaus muss sich an einem Ort befinden, an dem die Feuerwehr in der Lage ist, jeden Ort ihres Zuständigkeitsbereichs innerhalb von zehn Minuten ab der Alarmierung zu erreichen. Grundsätzlich ist dies in Schwalbach schwer zu gewährleisten, da das Stadtgebiet über eine starke Nord-Süd-Ausdehnung verfügt.
Untersucht wurden Standortvorschläge anhand von Hilfsfristanalysen und Machbarkeitsstudien. Diese haben wir im Folgenden kurz dargestellt.
Wie sich die Hilfsfrist zusammensetzt sieht man in der folgenden Abbildung.

In Hessen ist gesetzlich geregelt, dass eine Feuerwehr so aufzustellen ist, dass „sie in der Regel zu jeder Zeit und an jedem Ort ihres Zuständigkeitsbereichs innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung wirksame Hilfe einleiten kann.“ (§3 Abs.2HBKG).
Wirksame Hilfe im Sinne des Gesetzes ist hierbei ein Löschfahrzeug mit mind. 6 Feuerwehrleuten an der Einsatzstelle, der Zuständigkeitsbereich ist in unserem Fall das Stadtgebiet von Schwalbach, wozu aber auch die nicht bebaute Fläche (Waldgebiete, Landstraßen…) zählt.
Warum wir am jetzigen Standort nicht bauen können
Es wurden viele Ideen erarbeitet, wie man am aktuellen Standort neu bauen könnte. Allerdings treten immer wieder die gleichen Probleme auf. Aufgrund der aktuellen Entwicklung auf dem Gelände der Familie Moos ist ein Bau dort ebenfalls nicht möglich.
Ein Neubau am aktuellen Standort ist weiterhin aufgrund kreuzender Verkehrswegen, nicht umsetzbarer Hygienemaßnahmen, nicht realisierbarer Erweiterungsbauten und Platzmangels nicht möglich. Im Folgenden wird eine damalige Idee dargestellt, die jedoch aus den genannten Gründen nicht umsetzbar ist.

Neubau mit Tiefgarage
...allerdings ist unter anderem kreuzender Verkehr nicht vermeidbar!

Analyse des beauftragten Architekturbüros:
Fazit:
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Hochwasserschutz: Das Bestandsgrundstück liegt im Überschwemmungsgebiet HQ100. Es besteht die Gefahr der Überschwemmung des Feuerwehrhauses. Die Einsatzfähigkeit ist hierdurch gefährdet bzw. stark eingeschränkt.
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Denkmalschutz: Denkmalgeschützte Gesamtanlage Schwalbach am Taunus. Das Bestandsgrundstück für die Sanierung mit Erweiterung sowie den Neubau liegt am Eingang zurdenkmalgeschützten Gesamtanlage.
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Städtebau: Städtebaulich stellt das Feuerwehrgebäude an dieser exponierten Stelle im Übergang zur Altstadt hohe gestalterische Anforderungen und ist ebenso kritisch zu hinterfragen.
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Bauvolumen: Das bauliche Volumen eines neuen Feuerwehrgebäudes ist nur schwer in Einklang mit der kleinteiligen alten Bebauung der beginnenden Altstadt zu bringen.
Empfehlung:
Aufgrund der zahlreichen Defizite, funktional wie auch verkehrstechnisch, lassen sich die beiden
Untersuchungsvarianten (Sanierung/Erweiterung und Neubau) nicht mit den gültigen Vorschriften zur Planung und Betrieb von Feuerwehrhäusern vereinbaren.
Zusätzlich ist der bestehende Standort im Bezug auf den Hochwasserschutz, Denkmalschutz sowie den Städtebau kritisch zu hinterfragen.
Aufgrund der erläuterten Rahmenbedingungen empfehlen wir den Neubau eines Feuerwehrhauses an einem geeigneten Standort, der den Anforderungen und dem Bedarf gerecht wird.
Es wird empfohlen, alternative Grundstücke zu suchen.
Analyse der Hilfsfristeinhaltung für andere Standorte
Da es sich um eine Freiwillige Feuerwehr handelt, müssen die Einsatzkräfte nach der Alarmierung zunächst ihren jeweiligen Aufenthaltsort (z. B. Wohnung oder Arbeitsplatz) verlassen, zum Feuerwehrhaus fahren und die persönliche Schutzausrüstung anlegen. Ein Ausrücken ist erst möglich, sobald das Einsatzfahrzeug mit ausreichend qualifiziertem Personal besetzt ist. Für diesen Zeitraum wird standardmäßig ein Zeitansatz von fünf Minuten angesetzt. Bei einer anzusetzenden Hilfsfrist von zehn Minuten verbleiben somit fünf Minuten Fahrzeit, um alle Bereiche des Stadtgebietes zu erreichen.
Am derzeitigen Standort in der Hauptstraße ist es möglich dieses Zeitfenster einzuhalten, allerdings nur knapp, da das Stadtgebiet über eine sehr große Nord-Süd-Ausdehnung verfügt und die Einsatzkräfte nah am Feuerwehrhaus wohnen. In den umliegenden Gemeinden wird diese Nord-Süd-Ausdehnung einerseits über mehrere Feuerwehren bedient, andererseits verfügen diese tagsüber auch über mehr hauptamtliche Feuerwehrleute.
Im Folgenden sind bildliche Darstellungen zu den jeweiligen Standorten zu sehen. Rot dargestellt, sind die Bereiche die knapp innerhalb der Hilfsfrist erreicht werden können. Alles außerhalb des farbigen Bereiches ist nicht innerhalb der Hilfsfrist erreichbar. Im nebenstehenden Text werden die kritischen Bereiche aufgeführt.
Standort Continental Parkplatz

Standort ehem. Ellen Wille/ Ober der Röth
Zum Zeitpunkt der Untersuchung wurde ausschließlich der Parkplatz der Firma Continental betrachtet. Weitere Flächen im Bereich der Lauenburger Straße mit Ausfahrt über dieselbe Straße waren zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. Aufgrund der unmittelbaren räumlichen Nähe zum Continental-Parkplatz ist jedoch von vergleichbaren verkehrlichen und zeitlichen Kennwerten auszugehen. Auf eine separate visuelle Darstellung wurde daher verzichtet.
Standort Eschborner Straße

Standort Sulzbacher Straße/ REWE

Standort Am Flachsacker

Standort Berliner Straße/ Bauhof

Fazit
Zusammenfassend stellt ein Neubau in der Berliner Straße aus Sicht der Feuerwehr die einzige realistische Möglichkeit dar, um die formellen Anforderungen an Feuerwehrhäuser (z. B. getrennte Zu- und Abfahrtswege), die erforderlichen Flächenbedarfe und die Einhaltung der Hilfsfrist sicherzustellen.
Ein Neubau des Feuerwehrhauses in der Berliner Straße ist aus einsatztaktischer Sicht sinnvoll, da der Standort für anrückende Einsatzkräfte sowohl mit dem PKW als auch mit dem Fahrrad gut erreichbar ist und das Abrücken mit Einsatzfahrzeugen ebenfalls gut möglich ist. Ergänzend zu den errechneten Fahrzeiten wurden Einsatzfahrten mit Sondersignal durchgeführt. Diese zeigen, dass das Gewerbegebiet Camp-Phönix vom Standort Berliner Straße aus innerhalb von fünf Minuten erreicht werden kann. Darüber hinaus kann von diesem Standort aus das gesamte Stadtgebiet innerhalb der Hilfsfrist abgedeckt werden.
Die Stadt Schwalbach verfügt mit dem Bauhof in der Berliner Straße und dem bestehenden Feuerwehrhaus in der Hauptstraße über zwei Liegenschaften, die dringend modernisiert werden müssen. Vor diesem Hintergrund ist es aus unserer Sicht empfehlenswert, Feuerwehr und Bauhof gemeinsam auf einem Gelände zu entwickeln. Dadurch können insbesondere in den Bereichen Personal und gemeinsam genutzter Infrastruktur Synergien geschaffen werden.
Bei Diskussionen über alternative Standorte für den Neubau der Feuerwehr wird häufig außer Acht gelassen, dass neben dem erforderlichen Flächenbedarf auch leistungsfähige Verkehrsanbindungen, Wohnmöglichkeiten für Einsatzkräfte im unmittelbaren Umfeld und die Einhaltung der Hilfsfrist maßgeblich sind. Dabei ist insbesondere die Zeit zu berücksichtigen, die ehrenamtliche Einsatzkräfte benötigen, um nach der Alarmierung das Feuerwehrhaus zu erreichen.
Wenn das Feuerwehrhaus in einer peripheren Stadtlage errichtet wird, kann die Hilfsfrist nicht zuverlässig eingehalten werden. Eine Kompensation wäre nur durch den zusätzlichen Einsatz hauptberuflicher Kräfte möglich. Die hierfür entstehenden laufenden Personalkosten würden sich schnell im Millionenbereich pro Jahr bewegen. Aus Sicht der Feuerwehr stellen sie keine nachhaltige oder wirtschaftlich sinnvolle Lösung dar.
Bautagebuch
Hier veröffentlichen wir wichtige Schritte zum Neubau.
